Donnerstag, 24. April 2008

Der Countdown laeuft!

Langsam wird es nach 15 Stopps schwer einen Anfang fuer unseren Bericht zu finden... Wie immer hat uns der gute, alte Baz Bus abgeholt und vor dem naechsten Hostel abgesetzt.
Mosselbay ist nicht ganz so schoen anzusehen, was aber auch daran liegt, dass dort eine Oelraffinerie direkt an die Kueste gebaut wurde. Trotzdem waren die 2 Tage in der Parkhouse Lodge, einem Backpacker im viktorianischen Stil, sehr schoen. Angenehm war natuerlich auch, dass wir ein dorm inklusive Bad fuer uns ganz alleine hatten ;-) Neben einer ausgedehnten Shoppingtour haben wir auch einen Bootausflug zu einer vorgelagerten Robbeninsel gemacht. Dieser kleine Fels in der Brandung ist das zu Hause von etwa 4000 Robben, die zwar schoen anzusehen sind, aber stinken wie die Pest.
Swellendam war eigentlich nur als Uebernachtungsstopp eingeplant, doch durch Zufall hat sich dort ein Wiedersehen mit Julia und ihrer Familie ergeben. Alle zusammen haben wir einen Snoek-Braai genossen und ueber die vergangenen Monate geplaudert. Frueh am naechsten Morgen (in Backpackersprache heisst das 11Uhr) machten wir uns auf den Weg zum suedlichsten Punkt Afrikas - Das Cape Agulhas. Gemeinsam mit unserer goldigen Englaenderin Sam haben wir uns ganz touri-like vor dem Treffpunkt des Indischen und Atlantischen Ozeans ablichten lassen. Ausserdem gibt es dort einen kleinen Leuchtturm, von dem man einen wunderschoenen Ausblick ueber die Kueste hat. Genaechtigt haben wir in einem stylischen Backpacker mit dem Moechtegernwachhund "Chocolate" in Struisbaai, wo es den laengsten Sandstrand der suedlichen Hemisphaere gibt. 14km weisser Sand und tuerkisblaues Meer reichen aus um uns gluecklich zu machen.
Als naechste Stadt stand Hermanus auf dem Plan. Mittlerweile vom Wetter verwoehnt hatten wir dort bei Regen und Wind nciht ganz so viel Spass. Doch auch bei Sonnenschein ist die Stadt der Wale ausserhalb der Walsaison nciht ganz so der Hit. Ein wenig angeekelt, die ueberall im Backpacker rumgestreut sind, waren wir nach 2 Tagen ganz froh nach Stellenbosch aufzubrechen.
Stellenbosch - eine Studentenstadt an der suedafrikanischen Bergstrasse - hat uns mit ihrem wunderbaren Flair beeindruckt. Ebenfalls beeindruckt waren wir von der 7 stuendigen Weintour durch Stellenbosch, Paarl und Franshoek. Nach 25 Weinen auf 4 Weinguetern, viel Kaese und guter Schokolade kennen wir uns nun mit den Kniffs und Tricks der Weinbranche aus. :-)
Weniger schoen war die Lage und die Mitbewohner unseres dorms. Ihr penetrantes Schnarchen hat uns den Schlaf geraubt und einen etwas aelteren Herren in den fruehen Morgenstunden ganz aus dem dorm vertrieben.
Seit Dienstag Abend sind wir nun wieder in der Stadt angekommen, in der vor fast 5 Monaten fast alles begonnen hat - Kapstadt!
Die ersten drei Naechte verbringen wir gerade in der Longstreet, der wohl belebtesten Strasse Kapstadts. Tagsueber spielt sich das Leben in den unzaehligen Shops und auf dem Green Market Square ab. Abends verwandelt sich die Strasse in ein el dorado fuer Nachtschwaermer mit vielen Bars und Restaurants, von deren Balkone man das ganze Treiben auf der Strasse beobachten kann.
Wie sagt man so schoen? "Alle guten Dinge drei!" Bei unserem dritten Versuch auf das Plateau des Tafelbergs zu kommen hat es gestern endlich geklappt. Aus 1067m Hoehe hatten wir bei strahlendem Sonnenschein einen atemberaubenden Blick auf Kapstadt und Umgebung.
Mit unserer treuen Reisebegleiterin Sam werden wir ab morgen auch noch die letzten 3 Naechte im Stadtbezirk "Green Point" verbringen. Direkt neben der Waterfront befinden wir uns damit fast wieder am Ausgangspunkt unserer Reise.
Auf dem Plan stehen noch Robben Island, Green Point Market und die Straende Camps Bay und Clifton. Aber davon koennen wir euch ja bald schon persoenlich berichten, denn am Montag um 7Uhr startet unser Flieger zurueck nach Deutschland. Damit ist unser Abenteuer Suedafrika nach viel zu kurzen 5 Monaten auch schon vorbei. Wir zaehlen die letzten Tage und freuen uns schon wahnsinnig auf das Wiedersehen, obwohl es uns auch schwer faellt dieses wunderschoene Land zu verlassen.

Eure Janne und Nadine

Sonntag, 13. April 2008

Von Port Elizabeth bis Oudtshoorn!

Unsere Zeit in Port Elizabeth haben wir mit einem Abendessen in einem wunderschoenen Fischrestaurant direkt am Strand ausklingen lassen. Zufaellig war dies auch der Geburtstag von Linnea, unserer Schwedin, die 2,5 Wochen mit uns gereist ist. Als Vorspeise wurde Sushi serviert, als Hauptgang Fisch, der so frisch war, dass er fast noch gezappelt hat. Ein guter, suedafrikanischer Tropfen hat den Abend perfekt gemacht.
Frueh am naechsten Morgen gings in unserem "geliebten" BazBus weiter nach Jefferys Bay-die Surferhochburg Suedafrikas. Ohne gross Zeit zu verlieren haben wir noch am gleichen Tag die Fabrikverkaeufe von Billabong & Co. durchforstet und dabei auch das ein oder andere Schnaeppchen gemacht. In Surfklamotten komplett neu eingekleidet war das Surfen an sich ein Muss. Nach Trockenuebungen im Sand gings fuer 2 Stunden ab ins Meer und das Warten auf die perfekte Welle begann. Trotz einiger Anfangsschwierigkeiten haben wir es geschafft das ein oder andere Mal auf dem Brett zu stehen und auf einer Welle zu reiten. Es war super anstrengend, aber hat total viel Spass gemacht und wenn sich die Moeglichkeit ergibt, werden wir es auf jeden Fall nochmal probieren. Die restliche Zeit in Jefferys Bay haben wir entweder am Strand, in der Stadt oder in der backpacker Bar verbracht.
Unser naechster Stoppp war Stormsriver. Ueber den Bungysprung von Nadine wisst ihr ja schon Bescheid. Am Tag darauf sind wir ueber Felsen einen Kuestenweg im Tsitsikamma Nationalpark entlanggeklettert. Teilweise fuehrte der 6,6km lange Weg auch durch dschungelartige Regenwaelder und wir haben die schoensten Ausblicke auf den Indik genossen. Unser Ziel war der beruehmte Wasserfall auf dem Ottertrail, der atemberaubend schoen ist. Dort hat sich Janne ein Bad im eiskalten Wasser nicht nehmen lassen. Auf dem Rueckweg haben wir ein ganzes Rudel Delfine gesehen, das sich sehr nah an der Kueste in den Wellen getummelt hat- einfach fantastische Tiere. Der Tsitsikamma Nationalpark, ein Naturschutzgebiet ohne Grosswild, ist der Populaerste nach dem Kruegerpark.
Die Zeit in Stormsriver war eine schoene und willkommene Abwechslung zu den vielen Strandaufenthalten, die wir bisher hatten. Denn diesmal lag das backpacker direkt im Wald und umgeben von schoener Natur.
3 Tage haben wir anschliessend in Plettenberg Bay, ein westlich orientierter Touristenort mit wunderschoenen Straenden und einer niedlichen Innenstadt, verbracht. Da das Wetter leider nicht ganz mitgespielt hat, konnten wir den Strand nicht besuchen. Aber auch Erholen vom "grossen Reisestress" kann eine schoene Beschaeftigung sein. ;-)
Die 2 naechsten Naechte haben wir in den Duenen von Buffalo Bay in einem suessen Backpacker verbracht. Von dem gemuetlichen Gemeinschaftsraum mit Indoor-Lagerfeuer hatten wir einen perfekten Blick auf die postkartenreife Bucht. Sportlich wie wir sind ;-) gings am naechsten Tag auf einem Fluss fuer drei Stunden auf eine Kanutour. Auf eigene Faust sind wir 11km in Richtung Meermuendung gepaddelt und kamen aufgrund des Gegenwindes ziemlich erschoepft im Backpacker an.
Am naechsten Tag stand der grosse Abschied von Julia an. Sie ist von Buffalo Bay aus direkt nach Kapstadt gefahren, um dort nach 7 Monaten ihre Eltern zu empfangen. Der Abschied fiel uns nicht wirklich leicht, da wir uns den den letzten 3 Monaten sehr aneinander gewoehnt haben. Es ist schon komisch, dass uns eine anfangs komplett fremde Person so schnell ins Herz wachsen konnte und wir zu dritt das perfekte Reiseteam bildeten. Die 4-woechige Reise mit ihr ging wie im Flug vorbei und nun werden wir die restlichen 2 Wochen alleine das Land erkunden.
Da wir noch genugend Zeit haben, bschlossen wir spontan noch eine Nacht direkt in Knysna zu verbringen. Dort waren wir mit Kathleen, eine goldige deutsche Studentin, shoppen, Kaffee schluerfen und auf der beruehmten Knysna-Lagune Boot fahren. Knysna ist eine wunderschoene Stadt mit einem tollen Stadtkern und einem suessen Hafen, der Ferienflair versprueht. Uns backpacker, ein altes viktorianisches Haus am Berg, hat uns total gut gefallen und war zur Abwechslung auch mal richtig sauber.
Unser naechster Stopp war das Fairy Knowe Backpacker in Wilderness. Eine Nacht genuegte dort um einen Spaziergang, aus dem eine mittelschwere Wanderung wurde, durch den Wald zu machen und einen 1,5 Stunden Pferderitt zu geniessen. Was gibt es zu Wilderness sonst noch zu sagen?? - Der Name ist Programm!
Nun befinden wir uns seit 3 Tagen in Oudtshoorn- zurueck in der Karoo. Die Stadt ist bekannt fuer ihre Straussenzucht und hat dementsprechend viele Straussenfarmen.
Am Samstag dachten wir uns dann: Auf ein Neues mit unserer Sportlichkeit! 41km sind wir vom 1500m hohen Swartbergpass ins Tal geradelt (es ging auch bergauf!!!). Auf unserem Weg lagen die Cango Caves und eine Straussenfarm, die wir beide besucht haben. Die Cango Caves, Suedafrikas groesste Tropfsteinhoehle und der schoensten der Welt, hat uns total ins Staunen gebracht und wir sind von diesem Naturwunder begeistert. Nach dem Straussenfarmbesuch fuehlten wir uns nun erneut in der Annahme bestaetigt, dass Strausse haessliche Tiere sind.
Fuer unsere noch vom Reiten geschundenen Knochen war es ein sehr anstrengender Tag, aber dafuer auf jeden Fall ein Highlight auf usnerer Reise.
Heute stand die Cango Wildlife Ranch auf dem Programm. Wir haben dort zwar endlich Loewen gesehen, doch leider kamen wir uns vor wie im Zoo. Neben den Loewen gabs noch Jaguare, Tiger, Leoparden, Krokodile, Erdmaennchen und Schlangen zu sehen. So verwoehnt wie wir von Tieren in freier Wildbahn nun sind, fanden wir es heute weniger spannend und eher enttaeuschend diese wunderschoenen Tiere nur hinter Gitter zu sehen.
Nur noch 2 Wochen von fast 5 Monaten sind uebrig, aber es liegen noch ein paar Stopps vor uns bis wir Kapstadt erreichen.
Einen Abschlussbericht wird es von dort aus noch geben. Also seid gespannt ;-)
Es gruessen euch Nadine und Janne

Mittwoch, 2. April 2008

Face Adrenalin - The highest bungy-jump in the world!



Gestern sind wir in Stormsriver angekommen- die Stadt mit dem hoechten Bungy-Sprung der Welt! Mein Plan war eigentlich mit ueber die Bruecke zu laufen, Julia beim Springen zuzuschauen und wieder wieder zurueck zu laufen. Aber dann kam alles doch ganz anders.


Am Eingang angekommen hatte ich mein Ticket fuer die Brueckentour auch schon gebucht, aber dann spuerte ich ploetzlich den Reiz und die Herausforderung zu springen. (Ich will euch zu Hause ja auch nciht erzaehlen am hoechten Sprung der Welt gewesen, aber nicht gesprungen zu sein =) )


Also, Ticket umgebucht und los gings:


Auf der Wackelbruecke mit freiem Blick nach unten in mehr als 300m Tiefe ueberkam mich dann zwar doch etwas die Angst, aber ich spuerte den Adrenalinkick und war mir meiner Sache auch (fast) sicher. Als wir dann auf der Bruecke ankamen, wurden wir gluecklicherweise erstmal vom Personal beruhigt und mit lauter Musik in ca. 300m Hoehe abgelenkt. Ich war die letzte von 6, die gesprungen ist und nachdem ich Julia und all die anderen wieder gesund hochkommen sah, war ich auch etwas beruhigter...


Dann gings los!


Sicherheitsgurt wurde angelegt, Seil gespannt, Technik fuer den Absprung erklaert und das Adrenalin hat mir die komplette Kontrolle ueber meinen Koerper genommen. Nur noch mit den Fersen durfte ich auf der Bruecke stehen- der Blick nach unten war in diesem Moment grauenvoll. Ich hatte wirklich Angst!!!


Das Personal zaehlte 5-4-3-2-1 und bei GO musste ich springen. Das ging zum Glueck so schnell, dass ich gar nciht mehr nachdenken konnte ob ich das wirklich will! Kopfueber habe ich mich in 216m Tiefe gestuerzt und dabei den lautesten Schrei meines Lebens von mir gegeben. Die ersten 5 Sekunden im freien Fall mit dem Kopf nach unten waren definitiv die besten. Dann hat mich das Gummiseil, welches an meinen Fuessen befestigt war, irgendwann gestoppt und ich bin noch ca.3 mal vom Seilrueckschwung nach oben gezogen worden und wieder nach unten gefallen- also eigentlich waren es 3 Spruenge.


Als sich das Gummiseil dann endlich ausgependelt hat, musste ich auf den Mann warten, der mich wieder hochgezogene hat- mein Retter!


Die Zeit, in der ich kopfueber dort hing und wartete, ist ein unglaubliches Gefuehl gewesen. Durch die 3 Spruenge habe ich meine komplette Orientierung verloren und wusste nicht mehr wo oben, unten, rechts und links ist... Ich hing ca. noch 100m ueber dem Boden direkt ueber einem See- also bombastische Aussichten fuer den Fall eines Absturzes ;-)


Nachdem mich mein Retter dann hochgezogen hat und ich wieder auf der Bruecke stand, war auch schon alles vorbei. Dieser 1:30min.-Sprung kam mir vor wie eine halbe Ewigkeit! Riesengeil!


Ich kann mich zwar an nichts mehr erinnern, da ich vor und waehrend des Sprungs nichts mehr von der Aussenwelt und meinen eigenen Gedanken wahrgenommen habe, aber als ich wieder oben ankam, habe ich einfach nur gestrahlt und gedacht: "216m freier Fall und ich bin gesprungen!!!" Es war ein unbeschreiblich tolles Gefuehl.


In den ersten 3 Sek. im freien Fall dachte ich zwar, ich bin total verrueckt so etwas zu tun, denn es ist der totale Wahnsinn, aber im Nachhinein waren diese Sekunden die tollsten und aufregendsten, die ich je erlebt habe! Hatte noch nie so viel Adrenalin in mir, dass ich nciht mehr wusste was ich denke und tue.


Total genial!!


Es war so fantastisch, dass ich es unmoeglich in Worte fassen kann. Kann selbst noch nicht ganz glauben was ich getan habe...




Ganz liebe Gruesse von der verrueckten Nadine

Donnerstag, 27. März 2008

Das Leben als Backpacker hat begonnen!

Bevor wir uns aber auf die grosse Reise begeben konnten, drohte uns ein traenenreicher Abschied von unseren 38 Schaetzen!

Waehrend wir unsere Abschiedsfeier fuer die Kinder vorbereitet haben, wurden wir mit einer Abschiedsfeier von ihnen ueberrascht. Mit Traenen in den Augen wurden wir in den Gemeinschaftsraum gefuehrt, wo alle versammelt waren und fuer uns gesungen haben.

Auf dem Programm stand weiterhin Gumbootdancing der Jungs und traditional Xhosa dancing der Maedchen.

Danach haben sich die Kinder einzeln bei uns verabschiedet und uns fuer die letzten 3 Monate gedankt, was uns und auch die Kinder noch mehr zu Traenen geruehrt hat. Daran konnten wir sehen, dass ihnen die Zeit genauso viel bedeutet hat wie uns.

Auch unser King wollte uns nicht ohne Farewellparty gehen lassen und hat fuer uns noch einen staff-internen Abschied organisiert.

Der Abschied fiel und enorm schwer, was nach so einer langen Zeit mit den Kindern auch kein Wunder ist. Doch wir wissen, dass wir einiges bewirkt haben und die Kinder uns bestimmt lange in Erinnerung behalten werden.

Schon frueh am naechsten Morgen befanden wir uns nach langer Busfahrt in Port Elizabeth. Der Tag diente nur als Zwischenstopp auf unserer Reise nach Coffee Bay.

Da wir die Nacht im Stadtzentrum verbracht haben, sahen wir nicht unbedingt die schoenste Seite von Port Elizabeth.

Coffee Bay, unsere erste richtige Backpackerstation, war einfach traumhaft. 5 Naechte in einem schnuckeligen Backpacker direkt am Strand, mit 2 Klippenwanderungen, Abenden am Lagerfeuer mit Trommel spielenden Afrikanern und dem ersten Bad im indischen Ozean werden unvergesslich bleiben.

Naechste Station, Chintsa! Wie Coffee Bay ein kleines verschlafenes Oertchen an der atemberaubenden Wild Coast Suedafrikas. Genaechtigt haben wir in einem gemuetlichen 12-Bett-Schlafsaal mit Meerblick von der zimmereigenen Terasse. Da die Sonne leider nciht ganz so wollte wie wir, haben wir 2 Tage fast nur im Backpacker verbracht. Bis auf einen Besuch in einer Farmschule und einem Starndtag, gab es in Chintsa nicht sehr viel zu tun.

Durch einen Fehler in unserer Busbuchung zu unserem 3. Stopp, blieb uns leider nichts anderes uebrig, als eine weitere Nacht und den Ostersonntag in Chintsa zu verbringen. Zu unserem Pech war das Backpacker aber fuer diese Nacht komplett ausgebucht und wir mussten mit dem Aufenthaltsraum Vorlieb nehmen... Aber Betten werden generell ueberbewertet ;-)

Der Aerger hat sich jedoch schnell gelegt und entschaedigt wurden wir mit einem kostenlosen und sehr koestlichem Osterfruehstueck.

Diesmal mit einer geglueckten Abreise, kamen wir am Sonntag Abend in Port Alfred an, eine Stadt direkt am Hafen fuer die Schoenen und Reichen- perfekt fuer uns zwei, die sich schon an das gammlige Backpackerleben gewoehnt haben. ;-)

Durch einen Zufall kamen wir Montag Morgen in den Genuss eine Ananasfarm besuchen zu koennen. Jetzt wissen wir endlich auch, dass diese koestlichen Fruechte nciht auf Baeumen wachsen. Frisch vom Feld gepflueckt sind sie um einiges besser als das, was man in Deutschland zu kaufen bekommt. Unser lieber Ananasfarmer Fred, der jaehrlich 5000 Tonnen Ananas erntet, hat uns fuer die naechsten Tag mit unserer neuen Lieblingsfrucht versorgt.

Nach einem Spaziergang am Hafen startete am Nachmittag unser Game Drive im Nyala Game Reserve, wo wir zum ersten Mal Giraffen in freier Wildbahn gesehen haben. Diese Tiere sind unheimlich schoen anzusehen und strahlen so viel Stolz aus. Ein tolles Gefuehl war es auch 1 Meter neben einem Zebra zu stehen! Auch Bueffel, Kudus und die fuer Suedafrika typischen Boecke bekamen wir zu Gesicht.

Auch wenn es durch die Busfehlbuchung, die uebrigens nicht unsere Schuld war, nur ein kurzer Aufenthalt in Port Alfred war, haben wir an diesem Tag mehr erlebt als in vier Tagen Chintsa.

Das zweite Mal in Port Elizabeth haben wir in einem sehr schoenen (und sauberen!!!) Backpacker im Strandviertel verbracht.

Fuer die ersten zwei Tage in der Grossstadt haben wir uns einen kleinen VW-City gemietet, auch liebevoll Goldi genannt, mit dem wir den Linksverkehr unsicher gemacht haben. Hauptsaechlich haben wir das Auto gemietet um in den 70km entfernten Addo Elephant Park zu fahren und diesen auf eigene Faust zu erkunden- eine der besten Entscheidungen, die wir treffen konnten, da die gefuehrten Touren durch den Park viel zu ueberteuert sind.

Fruehaufsteher, wie wir das mittlerweile geworden sind, sind wir bei Sonnenaufgang losgefahren und hatten einen traumhaften Ausblick auf den roten Feuerball am Horizont ueber dem Meer.

Neun Stunden stecken voller neuer Eindruecke und Erlebnisse, die man schwer in Worte fassen kann. Deshalb hier die Klurzfassung:

50 Elefanten an einem Wasserloch in nur 3 Meter Entfernung war wohl einer der schoensten und beeindruckensten Momente in unserem Leben. Wir haben uns regelrecht in diese grossen Vierbeiner verliebt und konnten gar nicht genug von ihnen bekommen. Ausserdem haben wir noch 13 andere Tierarten gesehen. Zebras, Kudus, Bueffel, Affen, Schildkroeten, Warzenschweine und Schlangen sind nur einige davon. Leider mussten wir auf den Loewen verzichten. Aber mit den Loewen ist es wie mit den Betten, die werden generell ueberbewertet.

So wie wir diesen einzigartigen Tag mit der Sonne begonnen haben, haben wir ihn auch mit ihr beendet und einen traumhaften Sonnenuntergang am Strand genossen.

Nach 2 Wochen Backpacking sind wir total beeindruckt von der Tatsache, dass man taeglich neue Menschen aus der ganzen Welt trifft und Erfahrungen, Erlebnisse und Eindruecke austauschen und teilen kann.

Wir freuen uns schon riesig auf die verbleibenden Wochen im Land unserer Traeume, da noch so viele weitere Highlights bevorstehen.

Es gruessen euch aus dem sonnigen Suedafrika eure Weltenbummlerinnen,

Janne und Nadine

P.S.: Das Meeresrauschen im Hintergrund hat uns beim Verfassen dieses Berichtes enorm inspiriert! ;-)

Dienstag, 11. März 2008

Nadines Abschlussbericht

Final report
15.12.2007-13.3.2008
I spent 3 months in Middelburg in the Children’s Home of the Dianne Lang Foundation.
During this time I experienced a lot – many good and nice things as well as some bad things. But the mixture of both made my stay as great as it was.
I arrived one week before Christmas when the children had holidays for 6 weeks. It was a very good chance to get to know all the children much better and quicker because when I worked from 7h00 till 19h00 I spent 12 hours a day with them. Also the fact that I celebrated Christmas and New-Years-Day with them gave me the possibility to integrate myself much quicker.
At the beginning it wasn’t always easy to get in contact or to communicate with the staff because of our different languages. But during my stay it got better with some of the staff-members.
Furthermore I liked the fact that the Foundation didn’t give me too much rules, so that I was free, could use my own imagination and had the possibility to do the things I had in mind. That’s why I could paint all the rooms of the children, organize 2 birthday-parties and do other things like salt-dough or beadwork. So I used my own ideas and left my own impression which will hopefully last for a long time.
The only problem to realise the activities was sometimes the staff. As a volunteer you have to be very tough and self-confident to convince the staff with your “new and unknown” ideas. Also you have to set them limits so that they don’t transfer their work to you.
The first month, during the school-holidays, we were two volunteers. When school started again a new volunteer arrived and a lot of daily things changed. Because of the fact that the children came back from school and finished lunch not before 14h30 and had a lot of homework to do there wasn’t much time left for other activities e.g. going for a walk.
In this time I experienced a lot of problems with the homework of the children. The first days I was really desperate because I couldn’t believe that a child of grade 5 is unable to give me the result of 190+1. But during the time I recognized that this isn’t the fault of the child but of the teacher, especially of them in the township schools. The problem is that the township school can’t offer the children a good education. That’s why it is very difficult for them to get out of all the bad circumstances.

To play with the children, to see them laughing and being happy is such a nice feeling that I won’t forget my whole life. I got to know a lot of backgrounds of the children and it is really unbelievable to see how happy and wonderful they are now. Every child needs a lot of love but also gives you a lot of love back. For them it is very important to have someone who shows them that they are special and that they were loved by someone.
Of course I also experienced a few negative things concerning the children. Although all of the 40 children are wonderful, they can be very naughty. Sometimes it was a big problem to handle them because they don’t show much respect to a 19year old girl. That’s why they often didn’t listen.
Another good thing was the weekly staff-meeting. To take part at a staff-meeting is very important for a volunteer because so you get involved with all the staff-problems, you know what’s going on and you feel like a part of the staff.

In my opinion the mixture of holidays and school-time during my stay was the best. During the holidays I had a very intensive contact with the children, when school started again I learned the other side of their lives and could help them a lot with their homework.

All in all it was a very nice time with a lot of experiences which made me more tolerant, open-minded and influenced me very much. That’s why the decision to spend some time of my life in the Children’s Home in Middelburg was one of the best in my life and I will always remember it in a very good way!

Jannes Abschlussbericht

Final report
15.12.2007 - 13.03.2008
I arrived during the Christmas holiday to spent three month in the Children’s Home of the Dianne Lang Foundation. Some of the children spent the holiday with their family but fortunately most of them were there and gave me a warm welcome so it was easy to feel comfortable right from the beginning.
Because of the holiday I almost spent 12 hours a day with the kids, which was very good to learn all their names, see the different characters and to get to know the daily routine of the Children’s Home. Spending Christmas and New Year together was a lot of fun and it was amazing to see the childrens’ faces while they unwrapped their presents. During that time we were two volunteers at the Dianne Lang foundation and could do most of the activities together.
The children love to go for a walk to the Play Ground or the Tennis court and they were excited to show us their town. So I spent hours just walking around with them, singing and playing games.
By reading the book “Saving Mandela’s Children” written by Dianne Lang while I was here I got to know a lot about the childrens’ backgrounds and how Dianne struggled to raise up the Home in Middelburg. It was emotional and touching seeing the children run around outside while I read the story they were forced to go through. It made me even more aware of how much love those kids need! Seeing them laugh makes my day much brighter.
I painted a lot with them, they tried to teach me some Xhosa and I learned them some words in german. We also had a Popcorn and DVD night and made Marshmallows. One day I cooked a german meal for them. At first they were a little bit worried what it will taste like but they quickly recognized that it was nothing strange.
The school opened again in the middle of January and my shift plan changed. The children leave for school early in the morning and come back at two in the afternoon. I used the mornings to prepare afternoon activities for example making salt clay. I started decorating the walls of the childrens’ rooms by painting flowers and butterflies to it and by that making the rooms look a lot friendlier. Before the rooms looked very desperate and not like a child is living in there.
I continued the tradition of brushing teeth with the small ones before they go to bed some earlier volunteers implemented and I also started two new things.
I organized two birthday parties at the end of January and February for all the birthday children. I baked cakes for each birthday child and they had so much fun playing games and just enjoying themselves. It is a welcomed addition to their daily and weekly routine. I also started to read stories to the small ones before they go to sleep.
With the school the daily life and work changed and I had to help the children a lot with their homework. A really difficult task, because some of them didn’t go to school regularly before they came to the foundation and they now struggle with the basic things like the ABC. The township schools don’t offer a good education and it is important to support the children and also give them some extra tasks to practice!
Although the worked changed and I saw the children less during the day I am glad that I had the chance to experience both sides: the holiday fun and the school time!
The project needs the help of volunteers to accompany the staff and to give the children the attendance they need!
I loved the working atmosphere because whenever I had an idea I was welcomed to realize it. The only problem was to convince the staff. Volunteers have the chance to use their creativity to make life nicer for the children.
But you have to be tough and never let the staff misuse you to do their work even though they try to. I also experienced some communication problems with the staff because at the beginning some of them refused to speak English and I can not speak Afrikaans or Xhosa. But during my stay the relation to most of the staff members improved and I learned to accept that they are working and living according to the “African Time”.

Although I went trough some unpleasant situations and sometimes the children did not listen to me I am so glad that I decided to spend three month in Middelburg. I love how those children still live the Xhosa culture, sing and dance the whole day and enjoy their life. I learned to be more patient and I got more self-confident during my time in Middelburg.
I made so many experiences that will stay in my mind forever and I realized that having my family and friends is the greatest gift in the world.

Sonntag, 9. März 2008

Die letzten Tage als Voluntaere!















Viel Neues gibt es nicht mehr zu berichten, aber ein letzter Bericht aus Middelburg muss sein!
In der letzten Woche sind wir noch einmal in den Genuss des besten suedafrikanischen Fisches gekommen-Snoek! Und dann auch gleich in zwei verschiedenen Varianten, einmal pur und einmal gefuellt mit Kaese, Paprika, Zwiebeln und Knobi. Lecker schmecker! Das ganze Braai-Spektakel hat, wie koennte es auch anders sein, in der Polizeikantine stattgefunden und Riaan, der sich selbst “Professional” nennt, war der Chefkoch.
Ganz professionell hat er auch an einem anderen Tag fuer uns bei sich zu Hause ein Chicken Curry zubereitet, das wir mit leckerem suedafrikanischen Wein genossen haben. Riaan unser King hat sich in den letzten drei Wochen wirklich ruehrend um uns gekuemmert und dafuer gesorgt, dass wir uns rundum wohl fuehlen.
Eine kleine Auseinandersetzung hatten wir am Wochenende mit unserer streikenden Waschmaschine…Nachdem sie mehr als eine Woche nicht funktioniert hat und uns schon die Unterwaesche ausging, mussten wir uns nach einer anderen Waschmoeglichkeit umschauen. Aber zum Glueck haben wir ja unseren King, der uns nie im Stich laesst und uns seine private Waschmaschine zur Verfuegung gestellt hat. “Don’t fear when Riaan is near”, wie er so schoen zu sagen pflegt.
Heute wurden wir zum Abschiedslunch bei unserer Familie Barnard eingeladen. Die zwei haben sich wirklich die ganze Zeit um uns gekuemmert, dafuer gesorgt, dass wir genug zu Essen bekommen, wir suedafrikanische Rezepte en masse mit nach Hause nehmen koennen und ausserhalb des Kinderheims einen Ansprechpartner haben.
Vorletztes Wochenende haben wir unsere zweite Geburtstagsparty fuer die Kinder organisiert. Diesmal fuer die Februargeburtstagskinder. Gestartet wurde wieder mit Kuchen. Da es an diesem Tag so heiss war, haben wir danach ein Wasserspiel mit ihnen gespielt und anschliessend eine Wasserschlacht mit Wasserbomben gemacht, bei der keiner mehr trocken blieb. Irgendwie war die Stimmung sogar noch besser als bei der ersten Party, da die Kids sich auch zwischendurch einfach selbst mit Tanzen und Singen beschaeftigt haben. Nach dem Abendessen gings mit der Reise nach Jerusalem weiter, das gefaellt ihnen so gut, dass sie eine Runde nach der anderen spielen wollten. Tanzen ist einfach ihr Leben und ohne Bewegung geht hier gar nichts!
Auch die letzten beiden Raeume haben neue Motive von uns verpasst bekommen. Dieses Mal haben wir einen Regenbogen, Sonne und Wolke und den Schriftzug “Girls just wanna have fun” gepinselt. Den Spruch haben wir dieses Mal nur vorgemalt und die “Big Girls” haben sich in ihrem eigenen Zimmer selbst kuenstlerisch betaetigt und ihn ausgemalt.
Dieses Wochenende fand im Stadion eine Art Dorffest statt. Freitag Mittag sind wir mit allen 38 Kindern losgestiefelt um dort mal einen abwechslungsreicheren Nachmittag zu verbringen. Zum Schluss gabs dann noch Eis fuer alle.
Wir sind abends nochmal mit Riaan und Karsten dorthin gegangen. Die Dorfleute sind schon teilweise sehr komisch und seltsam.
Aufgrund der Tatsache, dass jedes Kind hoechstens 2 Unterhosen hat und selbst die grossen Maedchen keinen BH, haben wir gestern beschlossen fuer jedes Kind eine Unterhose und fuer die aelteren Maedchen einen BH zu kaufen. Das war eine laengere Aktion bis alle sich etwas Passendes ausgesucht hatten.

Mittlerweile hat sich schon eine bedrueckende Abschiedsstimmung breit gemacht. Die Kinder fragen staendig, wann wir gehen und wir muessen taeglich an den Abschied von den Kindern denken.
Nun haben wir noch genau 3 volle Tage mit den Kindern hier in Middelburg, die wir noch in vollen Zuegen geniessen wollen. Am Mittwoch wird noch eine kleine Ueberraschungsparty fuer alle Kinder mit Eis, Geschenken und natuerlich Musik und Tanzen gefeiert.

Der naechste Bericht wird dann aus irgendeinem Ort des wunderschoenes Landes kommen. Mal sehen, wo es uns ueberall hinverschlaegt ;-)

Bis bald,
Nadine und Janne